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Kompressor für FT-817


Bekannterweise ist die Modulation des FT-817 in SSB etwas schmalbrüstig und in QRP rächt sich das doppelt. Wenig Leistung, bei SOTA auch noch eine Kompromissantenne und eine leise Modulation führen nicht gerade zum QSO-Erfolg.
Nach Durchstöbern des Internets bin ich auf einige Lösungen gestoßen; aber diese scheiterten daran, dass es sich um eine externe Lösung handelt, zu groß für den Einbau in das vorhandene Mikrofon ist oder sich in der Praxis nicht bewährt hat. Durch Zufall bin ich in einem FT-817-Forum dann auf den Hinweis gestoßen, einen ELV-Bausatz zu verwenden. Das Feedback im Forum zu diesem Hinweis war gut und über den Praxiseinsatz haben sich die meisten OM positiv geäussert.



Nach Recherche bei ELV stellte sich dann heraus, dass es sich um eine Komplettbausatz handelt, d.h. bis auf dei mitgelieferte Mikrofonkapsel ist bereits alles fertig aufgebaut. Zum Einsatz kommt der SSM2167 (Nachfolger SSM2165 und SSM2166), der einen abgestimmten Mikrofonvorverstärker mit ALC (Automatic Level Control), die eine Übersteuerung verhindert, und eine einstellbarer Rauschsperre (Noise Gate), die beim Unterschreiten eines bestimmten Geräuschpegels den Ausgang „stumm“ schaltet, aufweist. Die Platinengröße beträgt 11 x 31 mm und  findet leicht Platz im Gehäuse des YAESU-Mikrofons MH-31 (siehe Bild links). Der Komplettbausatz mit der Artikelnummer 68-730-42 kostet 10,95 € ohne Versandkosten.

Nach Studium der Bau- und Bedienungsanleitung des Bausatzes stellte sich heraus, dass der Kompressionsgrad 1:1 beträgt. Das ist eigentlich nicht was ich wollte, aber das Datasheet des SSM2167 enthielt die Lösung. Einfach einen Kondensator entfernen und durch einen, dem gewünschten Kompressionsgrad entsprechenden(bei mir 10:1), austauschen. Es geht zwar etwas eng auf der gänzlich mit SMD-Bauteilen bestückten Platine zu, aber mit ruhiger Hand lässt sich das Aus- und Einlöten bewerkstelligen.Die Stromversorgung des Kompressors erfolgte über die vorhandene Stromversorgung im YAESU-Mikrofon (Pin-Belegung im Handbuch), der vorhanden schaltbare Hochpass wurde ausgelötet. Der nunmehr freie Schalter wurde dazu verwendet, um den Kompressor ein- und ausschalten zu können (somit ist ein komfortabler Betrieb mit und ohne Kompressor möglich). Der Ausgang des Bausatzes wurde noch mit einem Spannungsteiler versehen, um bei Betrieb ohne Kompressor nicht immer die Mic-Gain verstellen zu müssen. Durch diese Lösung ist es möglich, ohne Verstellung der Mic-Gain das Mikrofon mit und ohne Kompressor bei gleicher Qualiät betreiben zu können.

Nach dem Zusammenbau des Mikrofons und Anschluss an den FT-817 stellte sich die Frage, wie ich nun die Kompression überprüfen könnte. Ich habe daher eine Dummy-Load an den FT-817 anschlossen und das WINRADIO WG-315e mit einer kurzen Drahtantenne versehen. Diese Antenne habe ich um die Dummyload gewickelt und am FT-817 mit und ohne Kompressor gesendet. Beim WINRADIO WG-315 handelt es sich um einen SDR-Receiver (9kHz bis 2 GHz), der miitels Software in der Lage ist, ein 40kHz breites Spektrum aufzuzeichnen, parallel dazu wird auch die IF aufgezeichnet und ermöglicht einer spätere Auswertung. In mehreren Durchgängen sendete ich mit und ohne Kompressor und passte den Ausgangsspannungsteiler so lange an, bis kein Splatter mehr feststellbar war (bedingt durch den hohen Kompressionsgrad und die Verstärkung des SSM2167 kommt es ohne zusätzliche Maßnahmen zu einer deutlichen Verbreiterung des ausgesendeten Signal).

Subjektiv war eine deutliche Zunahme der Ausgangsleistung am Wattmeter wahrnehmbar, der FT-817 steuert jetzt komplett aus. Ein Zurückgehen der Ausgangsleistung während leiserer Sprechphasen konnte nicht beobachtet werden. Die Mitten und Höhen kommen deutlich stärker zur Geltung und die Stimme hat jetzt den notwendigen Punch, um auch entsprechend wahr- und aufgenommen zu werden. Für eine längeren Tratsch ist diese Modulation sicher ungeeignet, aber um sich die notwendige Geltung auf den Bändern zu verschaffen und ein QSO abzuwickeln, ist sie genau richtig. Und mit dem Schalter auf der Rückseite kann wieder ganz unkompliziert auf "die sanfte Seite" zurück gewechselt werden.


Die Wirkungsweise des Kompressors ist  in der Wasserfalldarstellung deutlich sichtbar - die Energiedichte pro Frequenz hat deutlich zugenommen; in der Frequenzanalyse ist das Signal ohne Kompressor dargestellt.


Wie man in der Frequenzanalyse deutlich sehen kann, kommt es zu einer effektiveren Aussteuerung des Senders. Mit der oben beschriebenen Messmethode lässt sich eine Leistungszunahme von 6 bis 8 dB ableiten!

Chris OE6LCF


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